SQL Server 2005 Express

Ausschnitt aus: Visual Basic 2005 – Das Entwicklerbuch von Klaus Löffelmann – erschien April 2006 bei Microsoft Press.Mit der freundlichen Genehmigung von Verlag und Autor.

SQL Server Express ist die Nachfolger der Microsoft SQL Server Desktop Engine, vielen eher bekannt unter dem Namen MSDE. Beide basieren auf ihren größeren Brüdern, SQL Server 2005 bzw. SQL Server 2000, ihnen fehlt jedoch einiges in Sachen Funktionalität für Administrierungsaufgaben. Darüber hinaus erfuhren sie ebenfalls ein paar Einschnitte in ihrer Leistungsfähigkeit, aber dafür stellt Microsoft bei Systeme unendgeldlich zur Verfügung, und sie lassen sich damit als professio-nelle Datenbankplattformen in Ihren eigenen Anwendungen einsetzen.SQL Server Express erfuhr die folgenden Einschränkungen:

  • Datenbanken sind auf maximal 4 GByte beschränkt.
  • Maximal ein Prozessor eines Systems wird verwendet.
  • Maximal ein Gigabyte Hauptspeicher eines Systems kommt zur Anwendung.
  • Maximal fünf so genannter Pipes werden gleichzeitig verarbeitet. Damit lässt sich, natürlich je nach wirklicher Auslastung, eine die Datenbank durchschnittlich in Anspruch nehmende Büroanwendung durchaus mit 20, 30 Clients betreiben, bevor Leistungseinschnitte bemerkbar werden.

HINWEIS: Denken Sie daran, dass SQL Server Express sich auch auf Computern installieren lässt, die über mehr Hauptspeicher oder mehrere Prozessoren verfügen. Diese werden dann lediglich nicht genutzt.Denken Sie auch daran, dass Sie sich bei Microsoft explizit registrieren lassen müssen, bevor Sie eine eigene Anwendung auf Basis von SQL Server Express vertreiben. Das kostet zwar nichts , Sie müssen es aber halt machen.

Von diesen Einschränkungen abgesehen, steht Ihnen mit SQL Server Express eine Datenbankplatt-form zur Verfügung, die dem großen Bruder in nichts nachsteht. Umfangreiche, höchst performante Datenbanken lassen sich mit dieser Software realisieren und die volle Programmierfähigkeit mit gespeicherten Prozeduren (Stored Procedures), Funktionen und auch die Ausführungsfähigkeit von verwaltetem Code steht Ihnen mit SQL Server Express zur Verfügung.Sie können SQL-Express direkt von der Microsoft Website herunterladen.

Einsatz von SQL Server Express in eigenen AnwendungenSQL Server Express wird ab Visual Studio 2005 Standard Edition direkt mitinstalliert. Solange, wie Sie sich quasi »zu Hause«, in Ihrer eigenen Entwicklungsumgebung befinden, werden Ihnen daher keine Probleme beim Aufbau, der Programmierung oder der Anwendung einer Datenbank begegnen.Anders sieht das schon aus, wenn Sie SQL Server Express später in seiner Produktivumgebung ein-setzen wollen. Dort begegnen Ihnen dann unter Umständen Herausforderungen, mit denen Sie sich nicht erst zum Zeitpunkt der Installation Ihrer Anwendung beschäftigen sollten, denn:Anwendungen, die auf SQL Server Express basieren, lassen sich solange problemlos installieren, wie SQL Server Express auf dem gleichen Rechner wie Ihre Anwendung selbst läuft. Etwas aufwen-diger wird es, wenn

  • Ihre Anwendung von mehreren Rechnern aus auf eine SQL Server Express-Instanz zugreifen soll.
  • Ihnen kein Server-Betriebssystem, das als Active Directory eingerichtet ist, als Plattform für SQL Server Express zur Verfügung steht, oder Sie SQL Server Express nicht zumindest auf einem Computer (Windows 2000 SP4, XP Professional, eine Windows Vista-Version mit Domänenan-bindungsmöglichkeit) installieren können, der Mitglied einer Domäne ist.

Der Grund: Standardmäßig wird SQL Server Express (wie übrigens auch seine großen Brüder) so installiert, dass es die integrierte Sicherheit des Betriebssystems für Anmeldungen an einer SQL Ser-ver -Instanz oder einer Datenbank nutzt. Solange wie ein Benutzer (oder eine Anwendung) sich auf dem gleichen System an der SQL Server -Instanz anmeldet, auf dem SQL Server Express selbst auch installiert wurde, ist das kein Problem. Problematisch wird bei dieser Anmeldemethode die Anmel-dung von Rechnern des Netzwerkes, da kein Domänencontroller zur Verfügung steht, der eine ver-traute Verbindung zwischen dem Client-Computer und dem Computer, der die SQL-Server Instanz beherbergt, bestätigen könnte.Für solche Fälle ist die so genannte Gemischter Modus-Authentifizierung angezeigt. Bei dieser Art der Authentifizierung können Sie sowohl die integrierte Sicherheit von Windows als auch die Au-thentifizierungsmethode verwenden, die vom SQL Server-System selbst zur Verfügung gestellt wird. Der Nachteil: Letzterer besteht in geringeren Sicherheitsstandards. Um eine Verbindung auf diese Weise zu einem SQL Server aufzubauen, müssen Kennwort und Benutzername beim Verbindungs-aufbau angegebenen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Anmeldedaten dadurch kompromittiert werden könnten, ist daher ungleich höher, wenn sie nicht auf geschickte Weise in Ihrer Software verschlüsselt werden.Ein weiterer Nachteil ist, dass Sie in Netzwerken, in denen Active Directory nicht zur Verfügung steht, keine automatisierte Installation (die so genannte »stille Installation« von SQL Server Ex-press) durchführen sollten, da diese standardmäßig Integrated Security als Zugangsart einrichtet. Um sich spätere Konfigurationsarbeit zu sparen, ergibt es mehr Sinn, schon während der Installation ein Administratorkennwort für die Anmeldung an der Instanz ohne integrierte Sicherheit vergeben und auch die Anmeldemethode direkt auf Gemischter Modus einstellen. Da entsprechende Administ-rationswerkzeuge fehlen, ist die spätere Umstellung nur mit entsprechenden Systemaufrufen durch gespeicherte Prozeduren zu bewerkstelligen und damit für ungeübte Daten-Banker nicht unbedingt so ohne weiteres machbar. Installation von SQL Server 2005 Express unter Windows XP im »gemischten Modus«Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie SQL Server Express unter Windows XP mit vorhandenem Service Pack 2 (SP2) installieren, wenn Ihnen kein Domänencontroller zur Verfügung steht. Sie haben die Möglichkeit, eine »stille Installation« durchführen zu lassen, oder aber die Kon-figuration mit Hilfe eines Assistenten zu durchlaufen. Die folgenden Abschnitte beschreibt die assis-tentengestützte Installation. Sie setzen die finale deutsche Version von SQL Server 2005 Express Edition voraus.

  • Sie starten die manuelle Installation mit einen Doppelklick auf sqlexpr.exe. Wenn Sie die Installa-tion von SQL Server Express gestartet haben, sehen Sie anschließend folgenden Dialog:
Abbildung 32.1: Bestätigung des Endan-wenderbenutzervertrags
  • Klicken Sie auf Ich stimme den Bedingungen des Lizenzvertrags zu, um die Lizenzvereinbarung zu akzeptieren und klicken Sie anschließend auf Weiter, um zum nächsten Schritt zu gelangen.

  • Klicken Sie auf Installieren, um mit der Installation zu beginnen. Der Installationsassistent richtet nun die erforderlichen Komponenten ein, die für die weitere Installation erforderlich sind.
  • Klicken Sie anschließend auf Weiter. Wenn der System-Konfigurationsüberprüfung abgeschlossen wurde, sehen Sie die eigentlichen Installationsassistenten von SQL Server Express, etwa wie in der folgenden Grafik zu sehen.
Abbildung 32.2: Bestätigung des Endanwenderbenutzervertrags
  • Klicken Sie auf Weiter, um zur erweiterten Systemkonfigurierungsüberprüfung zu gelangen. Auf Maschinen mit weniger als 512 MByte-Hauptspeicher sehen Sie möglicherweise eine Mindestan-forderung an die Hardware-Warnung. Für kleinere Datenbankanwendung reicht ein Hauptspei-cher von 256 MByte (Windows 2000) bzw. 386 MByte (Windows XP, Windows 2003) aber aus, sodass Sie in diesem Fall die Warnung ignorieren können.
  • Klicken Sie auf Weiter.
  • Im nächsten Dialog, den Sie in Abbildung 32.3 sehen, geben Sie die gewünschten Daten ein. Wichtig: Achten Sie dabei darauf, das Häkchen Erweiterte Konfigurationsoptionen ausblenden zu entfernen, damit Sie während der weiteren Installation Zugriff auf die notwendigen erweiterten Installationsoptionen nehmen können.
Abbildung 32.3: Entfernen Sie in diesem Dialog das Häkchen für den Zugriff auf erweiterte Konfigurationsoptionen
  • Klicken Sie anschließend auf Weiter. Ändern Sie im folgenden Dialog den Installationsumfang, etwa wie in Abbildung 32.4 gezeigt. Verfahren Sie genauso für die Installation der Client-Komponenten.
Abbildung 32.4: Bestimmen Sie in diesem Dialog den Installationsumfang
  • Klicken Sie anschließend auf Weiter.
Abbildung 32.5: In diesem Dialog bestimmen Sie, unter welchem Namen die SQL Server-Instanz später zu erreichen ist
  • Bestimmen Sie im nächsten Dialog den Namen der SQL Server-Instanz (Abbildung 32.5), die Ihre Datenbanken später verwalten soll. Sie können die Voreinstellung Benannte Instanz: SQLExpress belassen wie sie ist, wenn es nicht bereits eine SQL Server Instanz unter diesem Na-men im Netzwerk gibt.
  • Klicken Sie auf Weiter.
Abbildung 32.6: Bestimmen Sie die Aktivierung des SQL-Browser-Dienstes, damit diese SQL-Instanz später von anderen Computern des Netzwerkes aus per Instanznamen gefunden werden kann
  • Damit Sie die SQL Server-Instanz später beispielsweise mit dem Verbindungsdialog des Server-Explorers von Visual Studio finden können, schalten Sie den SQL-Browser-Dienst auf diesem Computer direkt mit ein, indem Sie das entsprechende Häkchen setzen.
  • Klicken Sie anschließend auf Weiter.
Abbildung 32.7: Verwenden Sie Gemischter Modus, wenn Sie die SQL Server-Instanz in einem Nicht-Domänen-Netzwerk von anderen Computern des Netzwerks erreichen wollen.
  • Im nächsten Dialog (Abbildung 32.7) bestimmen Sie den Authentifizierungsmodus, mit dem sich Clients an der Instanz und an von ihr verwalteten Datenbanken anmelden können. Wenn Ihre An-wendung ausschließlich auf der gleichen Maschine läuft, die auch die SQL Server-Instanz enthält oder SQL Server auf einer Maschine läuft, die Teil einer Active Directory Domäne ist, wählen Sie die sichere Authentifizierungsmethode Windows-Authentifizierungsmodus. Ist keine Domäne vor-handen, müssen Sie zur Anmeldung an einer SQL Server Instanz Anmeldeinformationen überge-ben; das funktioniert nur, wenn die Instanz zuvor in den gemischten Modus geschaltet wurde. In diesem Fall bestimmen Sie ebenfalls ein Systemadministrator-Kennwort (»sa«), mit dem Sie sich später an der Instanz anmelden können.
  • Klicken Sie anschließend auf Weiter.
Die Einstellungen der nächsten drei Dialoge können Sie so belassen, wie sie vorgegeben sind. Klicken Sie dreimal auf Weiter, und anschließend auf Installieren, um den eigentliche Installationsvor-gang zu starten und die Einrichtung abzuschließen. Konfiguration der Netzwerkeinstellungen und Einrichten der Firewall unter Windows XP SP2Damit eine SQL Server -Instanz im Netzwerk erreichbar ist, müssen Sie die Netzwerkprotokolle konfigurieren und ggf. einschalten. Sollten Sie SQL Server Express auf einem Windows XP-System mit Service Pack 2 betreiben, und dieser Rechner nicht Teilnehmer einer Active Directory Domäne sein, müssen Sie obendrein die Firewall konfigurieren:
  • Um die Netzwerkprotokolle einzurichten, starten Sie den SQL Configuration Manager aus dem Startmenü (Start/Alle Programme/Microsoft SQL Server 2005/Konfigurationstools/SQL Server Configuration Manager).
  • Öffnen Sie in der linken Baumstruktur den Zweig SQL Server 2005-Netzwerkkonfiguration, und klicken Sie auf Protokolle für 'SQLEXPRESS'.
Abbildung 32.8: Aktivieren Sie in diesem Dialog die entsprechenden Protokolle, wenn Sie von anderen Rechnern des Netzwerkes aus auf diese SQL Server-Instanz zugreifen wollen
  • Öffnen Sie in der rechten Liste das Kontextmenü über dem Eintrag Named Pipes. Wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Aktivieren.
  • Öffnen Sie das Kontextmenü in der rechten Liste über dem Eintrag TCP/IP. Wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Aktivieren.
Firewall-Einstellungen unter Windows XP SP2Falls sich SQL Server auf einem Windows XP-SP2-Rechner befindet, der nicht zu einer Active Di-rectory-Domäne gehört, schalten Sie die entsprechenden Ports für den SQL Server- bzw. SQL Browser-Dienst frei. Dazu wählen Sie aus der Systemsteuerung Windows Firewall.
  • Aktivieren Sie in der Ausnahmenliste die Datei- und Druckerfreigabe, da nur so die Ansteuerung über Named Pipes funktionieren wird (Port 445). Dieser Port ist standardmäßig in der Ausnah-menliste vorhanden.
  • Klicken Sie auf der Registerkarte Ausnahmen auf Port, und geben Sie den TCP Port 1433 frei. Dieser Port wird standardmäßig für die erste SQL Server-Instanz vergeben.
  • Öffnen Sie zusätzlich den UDP-Port 1434.Abbildung 32.9: Öffnen Sie TCP-Port 1433 sowie UDP-Port 1434, um »von Außen« den SQL Server erreichen zu können. Öffnen Sie ebenfalls den Port für die Datei- und Druckerfreigabe, um über Named Pipes auf SQL-Server zugreifen zu können (Port 445, bereits in der Ausnahmenliste vorhanden).
Mit freundlicher Unterstützung von Microsoft Press:


Weiterführende Artikel

http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=220549b5-0b07-4448-8848-dcc397514b41&DisplayLang=de
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=220549b5-0b07-4448-8848-dcc397514b41&DisplayLang=de

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